Jahreshauptversammlung, 22. Januar 2011, Badische Zeitung
Ein Ungar für Oberwinden, 23. März 2011, Badische Zeitung
Doppelkonzert mit der Trachtenkapelle St. Peter, 19. Mai 2011, Elztäler Wochenbericht
Doppelkonzert mit der Trachtenkapelle St. Peter, 19. Mai 2011, Badische Zeitung
| Badische Zeitung vom Freitag, 28. Januar 2011 |
Turbulentes Vereinsjahr ist vorüberDie Musikkapelle Oberwinden ist auf der Suche nach einem neuen Dirigenten / Hauptversammlung mit Rück- und Ausblick. |
| Hinter der Musikkapelle (MKO) Oberwinden liegt ein turbulentes Jahr. Wetterkapriolen beeinträchtigten aufwendig vorbereitete Veranstaltungen, so dass die Finanzen durch anderweitige Arbeitseinsätze aufgebessert wurden. Dazu gab es viele Arbeitsstunden am Schopfbau. Auch die Entlassung des langjährigen Dirigenten Paul Zimmermann hinterließ Spuren. |
| Zimmermann konnte die Kapelle auf einem hohen Niveau und versöhnlich abgeben. Die Vorstandschaft habe sich zur Entlassung des musikalischen Leiters durchgerungen: "Wir haben uns den Entschluss nicht leicht gemacht", so Vorsitzender Michael Moser: "Wir sind Paul Zimmermann dankbar für die zwölf Jahre, in denen er viel geleistet hat". Derzeit sei man mit der Nachfolge befasst. Manfred Dorer verlas den Bericht des nicht anwesenden Dirigenten, der darin auch seine Entlassung ansprach. Die Arbeit in den zwölf Jahren habe ihm Spaß gemacht, schrieb Zimmermann, er dankte für die Unterstützung, besonders Vizedirigent Benjamin Schultis und dem ehemaligen Vorsitzenden Willi Fischer "für den fairen Umgang mit dem Dirigenten". |
| Moser blickte aber auch auf ein harmonisches Vereinsjahr zurück. Musikalisch sei man allen Verpflichtungen nachgekommen, im weltlichen wie kirchlichen Bereich. Auch künftig finden Unterhaltungskonzerte statt, wieder ein Sommerfest und die Teilnahme am Dorffest. Ein Vereinsanhänger wurde angeschafft, beim Elzmurfest und mit der Schrottsammlung die Einnahmen aufgebessert. "Seit April wird am Schopf gearbeitet, jetzt wurde das Dach gedeckt", so Moser. |
| Schriftführerin Sandra Klinkner dröselte die Aktivitäten im Einzelnen auf. Mehrere Auftritte waren der Fastnacht geschuldet. Zu den Unterhaltungskonzerten kamen auch zwei Probenwochenenden. Nebenbei haben die Musiker für den Stephanstag Theater geprobt. Insgesamt habe es 77 Verpflichtungen gegeben: 47 Proben und 30 Auftritte. Für den besten Probenbesuch wurden Willi Fischer (zweimal gefehlt) und Reiner Dorer (einmal) ausgezeichnet. Mit gutem Beispiel voran ging Vorsitzender Michael Moser voran, er war immer da. Der Probenbesuch beträgt 74,8 Prozent Anwesenheitsquote, ein Rückgang von 3,7 Prozent gegenüber 2009. Zum Jahresabschluss zählt die Musikkapelle 54 Aktive, je zur Hälfte Frauen und Männer, und 13 Ehrenmitglieder. Neu aufgenommen wurden Moritz Lach, Elias Bayer und Jonas Bohusch. |
| Michael Moser dankte allen, die den Verein unterstützt haben, besonders Manfred Dorer für die Organisation des Seifenkistenrennens. Alexander Boos wurde bescheinigt, dass er die Kasse übersichtlich geführt hat, die Einnahmen aus den Konzerten waren nicht berauschend, die Ausgaben enorm, Instrumente, Noten und Schopfbau schlugen zu Buche, beim Sommerfest kam man mit einem blauen Auge davon. Auch die "Sommerfestle" seien keine Kassenfüller gewesen. |
| Für den Bericht der Vorsitzenden der Bläserjugend, Diana Striebich, dankte Michael Moser und lobte das Engagement der "tollen Truppe. Um die Jugend müssen wir uns keine Gedanken machen". |
| Als Vertreter des Bürgermeisters äußerte sich Pirmin Wißler begeistert über "einen solch’ aktiven Verein". Er dankte für die umfangreiche Arbeit, "jeden dritten Tag ist ein Musiker unterwegs,das geht an die Grenze dessen, was man freiwillig machen kann". Moser seinerseits dankte der Gemeinde für ihre Unterstützung in Form von Bauholz und Hilfe durch den Bauhof. "Es macht Freude, in dieser Gemeinde aktiv zu sein", sagte er. |
| Die Neufassung der Satzung war notwendig geworden und wurde einstimmig abgesegnet. Neu aufgenommen und definiert wurde der Datenschutz und der Zweck der Gemeinnützigkeit mit dem Hinweis, dass für ehrenamtliche Tätigkeit eine angemessene Aufwandsentschädigung gezahlt werden kann. Martin Krieg, Gemeinderat und Zunftmeister, dankte der Musikkapelle für ihre Bereitschaft, die Narrenzunft stets zu begleiten, sei es auswärts oder auch an der Fasnet im eigenen Ort. |
| Badische Zeitung vom Mittwoch, 23. Mörz 2011 |
Ein Ungar für OberwindenGabor Pajzs ist neuer Dirigent. |
Die Musikkapelle Oberwinden hat einen neuen Dirigenten. Unter mehreren Bewerbern entschied sich die Kapelle für den 58-jährigen Gabor Pajzs. Der Kapellmeister ist Ungar und seit März im zweiten Jahr in Deutschland. Sein Deutsch ist ungarisch akzentuiert, die Großmutter war deutschstämmig und sprach mit seinem Vater die Sprache. Er selbst, so Gabor Pajzs im Gespräch mit der BZ, habe sich damals nicht so sehr dafür interessiert. Jetzt holt die Realität ihn ein. Wie er nach Deutschland kam? Ganz einfach: "Ein Freund, auch ein Musiklehrer, leitet im Kinzigtal eine Kapelle und er meinte, ich solle auch nach Deutschland kommen, was bereits mein Plan war".
Gabor Pajzs , Berufsmusiker aus Ungarn, ist neuer Dirigent der Musikkapelle Oberwinden. |
Die Posaune ist sein Instrument, in Ungarn war er Posaunenlehrer und Dirigent: "An der Musikakademie Franz Liszt Budapest habe ich meine Ausbildung zum Kapellmeister gemacht und wurde später Chefdirigent des ungarischen Berufsfeuerwehrorchesters, deren Mitglieder Berufsmusiker sind. Aus dieser Position bin ich mit 50 in den Ruhestand getreten". |
Heute wohnt Gabor Bajzs mit seiner Frau in Mühlenbach, während seine fünf Kinder mit Familien in Ungarn leben. "Ich bin hierhergekommen, um hier Musik zu lehren, Musik ist mein Leben und meine Liebe, Musik war nie Arbeit für mich ", sagt er voller Enthusiasmus und schwärmt nebenbei vom Schwarzwald. Obwohl er schon drei Orchester leitet, hat er sich auch um Oberwinden bemüht, "Oberwinden liegt meinem Wohnort am nächsten und von den vier Orchestern ist Oberwinden das beste, ein Oberstufenorchester", so sein Urteil nach dem ersten Kennenlernen: "Es ist Pflicht, sein Wissen weiterzugeben,in Heiligenzell bei Lahr unterrichte ich 25 Kinder und in der Musikschule Dunningen sieben". |
Deutschland war nicht neu für ihn: 1971 war er mit Musikschülern hier und erlebte in Ostberlin Konzerte, später war er mit dem Jungendsinfonieblasorchester Budapest mehrmals in der BRD. "Diese deutsch-ungarischen Kontakte waren sehr interessant für die Jugendlichen". In Ungarn habe er viel Arbeit mit der Organisation gehabt, da sei die Musik etwas zu kurz gekommen. "Hier ist alles ganz anders: Ich muss mich um nichts kümmern, nur um die Musik –ein Traum für mich". |
Gabor Pajzs ist ein Verehrer der Klassik, "Märsche und Polka müssen auch sein", aber er will der Oberwindener Kapelle die Klassik nahe bringen: "Die Musik muss gefühlt werden! Die Orchester müssten Mut haben, anders zu spielen, mit Gefühl, "dann werden alle andere Menschen, das ist wunderbar", schwärmt der Ungar mit viel Herzblut, der sein Tun auch "als psychologische Aufgabe sieht, um in der musikalischen Sprache zusammenzufinden". |
| Elztäler Wochenbericht vom Donnerstag, 19. Mai 2011 |
Gelungenes DirigentendebütBrillantes Konzert: Musikkapelle Oberwinden und Trachtenkapelle St. Peter |
Die Trachtenkapelle St. Peter mit Dirigent Manfred Huber und die Musikkapelle Oberwinden mit ihrem neuen Dirigenten Gábor Pajzs unterhielten viele Gäste mit Blasmusik vom Feinsten. Das Publikum applaudierte begeistert und bekam vom Gastgeber gleich zwei Zugaben, die den Abend musikalisch ausklingen ließen und gleichzeitig zum gemütlichen Weiterfeiern einluden. |
Statt einer Konzertbestuhlung saßen die Gäste des Doppelkonzerts gemütlich an langen Tischreihen,wo kleine Speisen und Getränke serviert wurden. In dieser Atmosphäre lässt es sich gut feiern, und zu feiern gab es auch einiges: Das nach Meinung aller sehr gelungene Debüt des neuen Kapellmeisters ebenso wie die bevorstehende Hochzeit der beiden aktiven Musiker Sandra Klinkner und Michael Moser, die in wenigen Wochen heiraten. Die beiden Musiker standen an diesem Abend jedoch nicht nur wegen der zukünftigen Musikerhochzeit im Blickpunkt; Michael Moser hatte eine Doppelfunktion: als Vorsitzender dankte er allen, die am Erfolg des Abends beteiligt waren und als Schlagwerker setzte er Akzente, zum Beispiel führte er zum Schluss der letzten Zugabe den letzten Paukenschlag unter die heiter beschwingte Marsch-Polka. Sandra Klinkner erhielt anerkennenden Applaus für ihren Soloeinsatz an der Querflöte, einem Part aus der „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni. |
Doch auch die anderen Musiker brillierten. Sowohl die Besetzer der klassischen Instrumente, wie Benjamin Schultis an der Klarinette, als auch die Spieler der „Exoten“, wie Juliane Dittrich (Bassklarinette) und Diana Striebich (Fagott), erzeugten den Sound eines großartigen Blasorchesters. Dies führte die Kapelle unter ihrem neuen Dirigenten mit klassischer Konzertmusik eindrucksvoll vor.Werke wie „Leichte Kavallerie“ - eine Operette, in der es nach etlichen Problemen und Verwicklungen zu einer glücklichen Hochzeit kommt – zeigten große Klasse. Informativ führte Birgit Dorer durch das Programm. „Souvenir de Herkulesbad“ war ein weiteres der drei Stücke unter der Ausführungsgestaltung von László Arató. Die ungarische Note, die der erfahrene ehemalige Chefdirigent des ungarischen Berufsfeuerwehrorchesters einbrachte, gefiel und überzeugte. |
Die Instrumente schweigen still, wenn der Dirigent es will – atemlose Spannung im Publikum begleitete nicht nur das „Grand Finale Secundo“ der Verdi-Oper Aida, sondern jedes präzise gespielte Ende. Die Musiker ließen ihren Dirigenten nicht aus den Augen und so wurde es, auch nach den moderneren Stücken, die noch erklangen, ein unterhaltsamer und überzeugender Konzertabend und ein klasse Debüt. Blieb nur die Frage offen, die Bürgermeistergattin Heide Bieniger sich stellte: „Nach dieser wunderschönen Vorlage, wie wird dann erst das Jahreskonzert?!“ Auch die Gäste, die den ersten Teil des Abends mit unterhaltender Blasmusik und als Hingucker in schönen Trachten gestaltet hatten, spendeten tosenden Beifall. |
| Badische Zeitung vom Donnerstag, 19. Mai 2011 |
Aus Oper und Zigeunerwelt |
Das Frühjahrskonzert der Musikkapelle Oberwinden, erstmals unter der Leitung von Gabor Payzs und gemeinsam veranstaltet mit der Trachtenkapelle St. Peter, beeindruckte am Samstag in der Festhalle mit viel Leistung und Können, ausgedrückt in einem anspruchsvollen und hervorragend dargebotenen Repertoire. |
Die Begeisterung und Hingabe an die Musik war bei allen Akteuren auf der Bühne – ohne jegliches Nachlassen bis zum Schluss des Konzertes – deutlich zu spüren. Der Vorsitzende der Oberwindener Musikkapelle Michael Moser freute sich bei der Begrüßung besonders über die Anwesenheit von Bürgermeister Clemens Bieninger mit Gattin und Vertretern des Jubilar-Musikvereins Niederwinden (150 Jahre) unter den zahlreichen Gästen von nah und ferner in der voll besetzten Festhalle, und dankte der Trachtenkapelle St. Peter für ihre Teilnahme. Die dann auch den Auftakt machte. |
Unter der Leitung von Dirigent Manfred Huber boten die etwa 50 Musiker aus St. Peter gehobene Unterhaltungsmusik, angesagt von Petra Löffler, zu der Arrangements von "Grönemeyer", " Lord of the Dance" und der bekannte Konzertmarsch "Die Sonne geht auf " gehörten. Anhaltenden Applaus erntete die Kapelle für die Polka "Ein halbes Jahrhundert"und "Ja, das ist Musik" (Franz Watz). Stürmisch verlangte das Publikum Zugaben und es wurden ihm zwei gewährt. |
Im zweiten Konzertteil, nach der Pause, stand die zahlenmäßig etwa gleich starke Musikkapelle Oberwinden den Gästen aus St. Peter in nichts nach. Gespannt hatte man auf den erstmaligen konzertanten Auftritt des neuen musikalischen Leiters Gabor Payzs. Soviel ist bekannt: Payzs ist Jahrgang 1953, befindet sich im Ruhestand als künstlerischer Unternehmer und stammt aus Budapest, zusammen mit seiner Frau und den fünf Kindern sucht er die musikalische Herausforderung nun in Oberwinden. Engagiert moderierte Birgit Dorer das Programm. Sehr schön vorgetragene leidenschaftliche Melodien luden zum Träumen ein, und gingen mit Ausdruck, großer Reinheit und sicherem Dirigat, dank des neuen Dirigenten, unter die Haut. |
Mit "Leichte Kavallerie", einer Operette in zwei Akten von Franz Suppe, 1866 als Theaterstück uraufgeführt, machte den Anfang, sehr beeindruckend war dabei der Klarinettenpart. Als Juwel der Italienischen Opernliteratur gilt "Cavalleria Rusticana", mit dem berühmten Zwischenspiel "Intermezzo Sinfonico", das ebenso ohne Fehl und Tadel gespielt wurde. Der Walzer "Souvenir de Herkulesbad" oder auch "Erinnerung an Herkulesbad", ist die bekannteste Komposition von Jakob Pazeller – er wurde in mehr als zwanzig Sprachen vertextet und als Schlager gesungen. Höchste Anerkennung zollten die Konzertbesucher auch dem Vortrag von "Aida – Gran Finale secondo ", aus der bekannten Oper von Giuseppe Verdi. Besonders beeindruckend war dabei der Triumph-Marsch mit einem lupenreinen Ruf der Trompeten. Brahms war fasziniert in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts von der exotischen Kraft der sogenannten "Zigeunermusik", und machte sich 1869 daran, eine erste Sammlung aus Ungarischen Tänzen zu komponieren, denen er bis 1880 weitere folgen lies. Mit "Ungarischer Tanz Nr. 5" entführte nun die Musikkapelle Oberwinden in die Welt der Zigeuner. "Utopia" beschreibt einen Inselstaat weitab von der übrigen bewohnten Welt, diese Vorstellung war Ausgangspunkt für das gleichnamige Musikwerk von Jacob de Haan. Die Dreiklangsignale im Blech erinnerten an Musik von Richard Wagner. Mit dem Stück "Mambo Jambo" (Perez Prado) und mehreren Zugaben verabschiedete sich die Musikkapelle. Der Beifall wollte kein Ende nehmen.
Dirigent Gabor Pajzs in Aktion
Musikkapelle Obertwinden beim Frühjahrskonzert in Oberwinden am Samstag 14. Mai 2011 |